Über das Leben im Allgemeinen


 

Warte bis der Morgen graut

Geh nicht hinaus in diese dunkle Nacht
Du weißt nicht wer dort wartet.
Ist es ein Engel der dich überwacht
Oder der Dämon deines bösen Traumes

Geh nicht hinaus in diese kalte Nacht
In deinem leichten Hemd
Hat dir ein Engel eine Decke überbracht
Oder der Dämon seinen finstren Raum

 

Bleib still liegen deck dich zu
In dieser kalten dunklen Nacht
Dein Zittern verhindert leise Ruh
Die Angst vor allem Bösen

Geh nicht hinaus in diese dunkle Nacht
Warte bis der Morgen graut
Wenn die Sonn ihr Tageslicht gebracht
Tötet sie den finstren Traum

 

***

Die Butter zu kalt
 

Tristesse im Spiegel der
Kaffee verbrannt schmeckt
Die Semmel altbacken
Die Butter zu kalt

Die Zeitung ist öde
Gewalt auf der Hand
Die Semmel zerbröselt
Die Butter zu kalt

Musik aus dem Radio
Konserviertes jetzt zeigt
Die Uhr nur noch Hektik
Die Butter zu kalt

Der Sturm auf der Straße
Nach Ehre und Ruhm
Hängt nun im Stau
Denn die Butter war kalt

 

***

Nachtgesang

So müde sind die Augen
Blicke noch ganz träge
tränenschwer das eine Lied
Gedanken aus dem Radio

Der Lärm der von den Straßen
Bahn sich bricht zu meinen
Ohren bleiern wie das Hupen
mir den Kopf zerbricht

Ich rieche von der Nacht
Traumgedanken hinterher
mäandernd folge ich
dem Funkenreigen eines Traums

Zerborsten ist der Zauber
Bann noch nicht gebrochen
meine Glieder wollen ruhen
und lauschen will

dem Nachtgesang

 

***

Fünf vor fünf

Am Hauptbahnhof
vor der Bushaltestelle
auf der Bank
und auch darunter
liegen sie und frieren
sich den Arsch ab
bis der mit dem Tee kommt
manchmal mit einer Decke
und ohne wieder geht
geredet wird
manchmal nicht viel
auch zu dem unter der Brücke
hinter den Gleisen
am Verschiebebahnhof
wo schon nachts um zwei
rangiert wird
rangieren sie dann auch am
Hauptbahnhof Leute
hinaus bis um fünf
dann dürfen sie wieder hinein
und der Typ mit dem Tee

 

***

 

Am Bahnhof

Es rauscht
der Zug fährt
ein und aus
steigen die Leute
gehen ihre Wege
treffen sich
fahren fort
kommen an
am Bahnsteig
laufen gesichtslos
vertraute Gestalten
aneinander vorbei
steigen aus und ein
in die Verbindung
die der Lautsprecher
verkündet
und der Strom
fließt

 

***

 

guten morgen

leise grinst der morgen
trüb in mein gesicht
blinzelnd träne ich
wenn der tag anbricht

erst lädt er seine sorgen
die allein und meine sind
auf hängend kalte schultern
die augen sind noch blind

es ist in dunkelheit verborgen
was der tag mir bringt
so steh ich endlich auf
wenn die erste amsel singt

 

 

Foto verwendet unter der Creative Commons Ian Sane  © 2012 Alle Rechte vorbehalten.

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